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Ernährung in Babys erstem Lebensjahr / FAQ

Wie man das Baby im ersten Jahr ernähren soll ist eine ganz grosse Wissenschaft, schnell sind Mütter (und Väter) überfordert mit den vielen Informationen. Überall liest man etwas anderes, wann und wie man mit der Beikost beginnen soll, was man vielleicht darf und was nicht. Ich fragte mich auch, wie ich nach der Einführung des Mittagsbreis den Abendbrei einführen sollte? Oder ab wann das Kind Kuhmilch darf. Oder ab wann man z.B. Gurke und Fingerfood geben darf. Ich habe diverse Ernährungspläne studiert, Remo Largo gelesen, Stillberaterinnen und offizielle Stellen konsultiert und hier für euch die Fakten (hoffentlich übersichtlich) zusammengefasst. *

 

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Wann soll man mit der Beikost beginnen? Hier ist ein wichtiger Hinweis: Gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO soll man 6 Monate ausschliesslich stillen. Die Stillförderung schreibt dazu:

“Muttermilch ist gesund, praktisch und jederzeit und überall in der richtigen Temperatur und Zusammensetzung verfügbar. Die Muttermilch ändert sich und passt sich den Bedürfnissen des Säuglings von alleine an – innerhalb einer Stillmahlzeit (Vorder- und Hintermilch) und ebenfalls mit dem wachsenden Kind. Sie besteht zu 88 Prozent aus Wasser, daneben enthält sie Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine und Eisen. Die Muttermilch versorgt das Kind mit Immun- und Abwehrstoffen der Mutter und schützt es so vor Krankheiten. Das Kolostrum (die Muttermilch in den ersten Tagen nach der Geburt) enthält mehr Abwehrstoffe und ist deshalb besonders wichtig.”

Mit ca. 6 Monaten interessieren sich die meisten Babies für Beikost, daneben kann man bis zum Alter von 2 (oder auch länger) weiter stillen, da die Muttermilch das Beste für das Kind ist. Da jedes Kind individuell und anders ist, sollte man neben der offiziellen Empfehlung das Kind gut beobachten und darauf achten, dass es für Mama und Baby stimmt.

Mein erster Sohn zeigte ab dem 5. Monat Beikostreife-Anzeichen und war sehr stark an fester Nahrung interessiert. Mit 5 Monaten probierte er seinen ersten Babybrei, daneben stillte ich ihn noch viele Monate weiter. Es wird empfohlen, gut auf die Beikostreife-Zeichen zu achten. Wenn ein Baby nicht bereit ist, sollte man einfach einige Tage oder Wochen warten und sich nicht stressen lassen. Niemand erwartet, dass ein Baby mit 6 Monaten schon Brei oder Fingerfood isst! Und generell gilt die Empfehlung, bis 6 Monate voll zu stillen.

Die meisten Ernährungspläne sind sich einig und dass man ab etwa 5 Monaten mit einem Mittags-Babybrei starten kann. Spätestens aber ab dem 7. Lebensmonat sollte mit der Beikost gestartet werden. Wer sich für BLW entscheidet (das selbstbestimmte Essen vom Familientisch, ohne Babybrei), wird tendenziell etwas später mit Beikost beginnen.

Der empfohlene öffentliche Ernährungsplan in der Schweiz wird vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (wird auch von der Stillförderung empfohlen) herausgegeben. In Deutschland wird dieser Plan hier vom Bundeszentrum für Ernährung empfohlen, welcher auf Informationen des Forschungsinstitutes für Kinderernährung basiert.

Übrigens, wer keinen Babybrei geben möchte, sondern als Alternative die BLW (Baby Led Weaning) Methode anwenden möchte, findet hier die nötigen Infos. Bei BLW gibt man dem Baby keinen Brei, sondern es isst von Anfang an selbstbestimmt vom Familientisch. Dies hat diverse Vorteile, fördert das selbständige Essen, Kauen und Sättigungsgefühl (mehr als beim Babybrei) und man muss auch nicht extra kochen. Wie das geht, erzählen hier 2 Familien.

 

Der erste Babybrei / Beikost ab dem 5.-7. Monat (vegetarisch)

Man kann frühstens ab dem 5. Monat (vollendeter 4.) bis 7. Monat mit der Beikost beginnen. Hier steht mehr dazu.

Wichtig ist, dass das Baby sich für das Essen interessiert. Meist beginnt man z.B. mit einem Kürbis- oder Süsskartoffelbrei, auch Pastinake, oder Zucchetti eignent sich gut (siehe diese Liste hier). Karotte kann stopfend sein und eignet sich nicht bei allen Babies als erstes Gemüse.

Das Gemüse wird gut püriert und in ganz kleinen Mengen gefüttert. In den ersten Tagen macht man dies vor oder nach dem Stillen/Flasche), in einer entspannten Umgebung.
Wichtig: Daneben voll weiterstillen / oder die Flasche geben.

Dann, wenn das Baby gut isst und schluckt, kann man die Brei-Menge erhöhen bis auf 150 -180 g pro Mahlzeit. Ab da spricht man davon, dass das Baby eine ganze Mahlzeit isst. Und solange sollte man mindestens daneben weiter stillen oder die Flasche geben. Es kann auch länger sein, das Baby entscheidet.

Isst das Baby gut, kann man weitere Gemüse ausprobieren und bald auch Kartoffeln oder Getreideflocken hinzufügen. Man darf auch 2-3 Gemüse mischen. Wenn man ein Gemüse nach dem anderen einführt, merkt man gut, ob das Baby ein Lebensmittel verträgt oder nicht (z.B. Durchfall oder Verstopfung hat).
Obst kann man ebenfalls nach einigen Wochen einführen. Einige Experten sagen, dass man nie direkt mit Obst beginnen soll, da das Baby zuerst an das Gemüse und den herben Geschmack gewöhnen sollte, und nicht an das süsse Obst. Verboten ist es aber natürlich nicht. Die Gefahr könnte einfach sein, dass das Baby dann plötzlich keinen Gemüsebrei mehr mag.

  • Einführung von Fleisch: Diese erfolgt ebenfalls jetzt, nachdem das Baby den Gemüsebrei gut isst. Wer sein Kind vegetarisch ernähren möchte: siehe unten.
  • Trinken: Ab dem ersten Babybrei kann man auch versuchen, dem Baby Wasser zum Trinken zu geben. Es muss aber noch nicht trinken können. Etwa ab der dritten Mahlzeit wäre es gut, wenn es auch Wasser trinkt.
  • Weitere Tipps, siehe unten im FAQ (bezüglich Fleisch oder wenn das Baby keinen Brei essen will).
  • Auch alle Baby-Nahrungshersteller haben Ernährungspläne. Hier finde ich denjenigen von Holle am übersichtlichsten.
  • Grundwissen zum ersten Babybrei und Rezepten
  • Rezepte für den ersten Babybrei gibt es hier.

 

Die zweite Mahlzeit: der Abendbrei, bis zum 8. Monat

Nachdem das Baby den Mittagsbrei gut isst (eine ganze Mahlzeit entspricht ca. 150g – 180g), kann man nach etwa einem Monat oder mehr mit dem Abendbrei (Milch-Getreidebrei) beginnen. Auch hier sollte man sich Zeit lassen.
Ich änderte die Regel bei meinem ersten Sohn am Anfang ab und machte ihm einen Obst-Getreidebrei mit Mandelmus, da ich wegen meiner eigenen Laktoseintoleranz noch mit Kuhmilch warten wollte. Von anderen Mamas weiss ich, dass sie auch mal einen Gemüse-Getreidebrei geben. Ab wann man übrigens Kuhmilch oder Joghurt geben darf, steht in diesem Artikel über Pulvermilch ausführlich beschrieben. Es darf also auch ein reiner Getreidebrei sein, den man mit Pre-Milch oder Muttermilch und später Vollmilch anreichert. Einige EL Apfelmus passen auch gut dazu.

Die dritte Mahlzeit: der Obst-Getreidebrei am Nachmittag ab dem 8. Monat

Ab ca. dem 8. Monat (also wenn das Baby 7 Monate ist, und schon gut isst) oder wenn es die zweite Mahlzeit gut isst (das kann auch erst im 9. Monat sein) kann man eine dritte Mahlzeit einführen, hier wird gemäss Plan meist ein Obst-Getreidebrei oder Obstbrei zubereitet, den man am Nachmittag geben kann. Wenn das Kind noch sehr gerne gestillt wird (wie es bei mir war) kann man auch gut noch warten und am Nachmittag oder nach Bedarf weiter stillen, dazwischen aber mal einige Löffel Obstmus geben. Ich führte zudem zuerst einen Morgenbrei ein, der Nachmittagsbrei kam erst später – da ich viel stillte ging es zeitlich besser auf.

 

Vierte Mahlzeit (zwischen 9-11 Monaten): Obstbrei am Vormittag und essen vom Familientisch

Ob zum Frühstück oder zu einer Vormittagsmahlzeit, der Obstbrei ist die letzte Mahlzeit, die man einführen kann. Viele Mamas die stillen, warten damit auch länger, was völlig ok ist. Das Kind bestimmt auch mit, wie viel es isst und wann. Später kann man dann eine Art Porridge mit Früchten oder Müsli machen – mein Sohn isst dies auch mit 2.5 noch gerne zum Frühstück.

Ausserdem kann man ab dem 11. Monat (vollendeter 10.) gut damit beginnen, das Baby vom Esstisch mitessen zu lassen. Es darf nun ausprobieren, seine Geschmacksknospen schärfen, und immer mehr das essen, was die Familie am Tisch isst.

 

Der erste Babybrei, Beikostreife
Babybrei selber machen, Beikost einführen: hier gibts Rezepte und die wichtigsten Tipps

 

FAQ / Empfehlungen zur Ernährung des Säuglings  / Beikosteinführung Baby im 1. Jahr

Ab wann soll ich mit dem Babybrei / Beikost beginnen?

Die WHO empfiehlt, das Baby die ersten 6 Monate ausschliesslich zu stillen. Mit der Beikost kann frühestens ab dem vollendeten vierten Lebensmonat starten, spätestens mit Beginn des siebten Lebensmonats sollte man beginnen. Vor dem 4. Monat ist der Verdauungstrakt des Säulings noch nicht bereit für feste Nahrung. Etwa um den 6. Monat werden die Bedürfnisse des Säuglings nicht mehr genügend durch die Muttermilch gedeckt und das Interesse am Essen wird immer grösser.

 

Wann ist das Baby bereit für die Beikost / Babybrei?

Die Beikostreife wird generell mit diesen Kennzeichen beschrieben. Der Säugling ist reif, wenn er folgendes kann:

  • Das Baby kann mit Hilfe aufrecht auf dem Schoss sitzen und den Kopf selbstständig halten.
  • Es interessiert sich dafür, was Eltern, Geschwister und andere Personen essen.
  • Es verlangt nach dem, was andere essen und will das Essen in die Hand nehmen
  • Es öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.
  • Es drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund (Zungenstossreflex)
  • Es macht Kaubewegungen und schmatzt.

Weitere Infos dazu, und zum ersten Babybrei hier.

Mein Baby will keinen Brei essen

Nicht alle Säuglinge sind gleich weit, einige interessieren sich früher für Brei oder Essen. Wichtig ist, auf das Kind zu achten und sich nicht unter Druck zu setzen. Entspanntes Essen und eine entspannte Einführung der Beikost ist der beste Weg für alle. Das Kind wird es bestimmt richtig machen und weiss, was es will oder was ihm gut tut, darauf sollte man vertrauen. Wenn es den Brei nicht schlucken kann, mit der Zunge rausschiebt oder eklig findet, wartet man einfach 1-2 Wochen und probiert es dann nochmals.

Tipp: Babies, die gar keinen Brei mögen, werden länger gestillt und mögen vielleicht BLW. Jedes Baby ist anders. Ausprobieren kann man hier zum Beispiel, ob das Baby ein anderes Gemüse (als dem ersten) oder z.b. Apfelmus lieber mag, als den verschmähten ersten Gemüsebrei, um ihm das Essen schmackhaft zu machen.

 

Das Baby spuckt oder erbricht / isst keinen Brei

Wenn das Baby den Brei noch nicht schlucken mag, wenn es erbricht oder wenn es ihn rausspuckt, sollte man zuerst prüfen, ob es überhaupt reif ist für die Beikost (siehe oben). Dann kann man darauf achten, ob der Brei wirklich genug fein püriert war. Schiebt das Baby den Brei aus dem Mund, ist es wahrscheinlich noch nicht bereit. Da empfiehlt es sich, einige Tage oder Wochen zu warten, und es dann nochmals zu probieren. Vielleicht mag es auch einfach ein Gemüse nicht oder will selber essen! Oder es hat keinen Hunger.

Erst wenn das Baby sehr gut isst, kann man den Brei weniger fein pürieren, frühstens ab der zweiten Breimahlzeit. Einige Babies sind früher bereit als andere, man darf hier keinen Druck aufsetzen und sollte sich nicht stressen lassen.

 

Vegetarische Ernährung des Babys:
Ab wann soll man Fleisch in den Babybrei mischen? Und was, wenn ich das Baby vegetarisch ernähren möchte?

Viele Ernährungspläne wollen bereits nach einem Monat Fleisch in den Brei mixen. Da spätestens sagte ich mir nein, das schmeckt ja wie Katzenfutter und ich koche zuhause nie mit Fleisch, da muss ich für mein Baby nicht alles anders machen. Das geht auch so! Ganz gut sogar. Mein Vegi-Baby gedeiht prächtig! Mehr zur vegetarischen Ernährung von Kindern gibt’s hier.

Die wichtigsten Ersatzprodukte für Fleisch sind:

Achten sollte man lediglich auf genügend Eiweiss (in Form von Eigelb, Käse, Joghurt, Milch, Hülsenfrüchten) und auf genügend Eisen (klick hier für den Artikel zu den wichtigsten Eisenquellen).

 

Ab wann darf man Joghurt geben? Ab wann darf das Baby Kuhmilch und Milchprodukte essen?

Empfohlen wird, dass Babies ab dem 7. Monat wenig Joghurt in einem Brei essen dürfen (aber nicht müssen). Ab dem vollendeten 1. Lebensjahr darf das Kind reine Vollmilch trinken, Joghurt sowie weitere Milchprodukte essen, sofern es sie verträgt.

«Darf man einem Baby in der Beikost Kuhmilch geben oder nicht? Die Antwort lautet somit: «Ja, in der Breizeit ab dem ca. 7. Monat darf ein Kind einen Brei aus Getreide und wenig Kuhmilch haben, der selbst gekocht wurde. Reine, unverarbeitete Kuhmilch in einem Fläschchen sollte man aber noch nicht geben.»

  • Die Empfehlung der Stillberaterinnen und Mütterberatungen ist, dass man ab dem ca. 7. Monat wenig Vollmilch-Naturjoghurt in einen Früchtebrei beifügen darf. Quark, Frischkäse und Käse sowie Kuhmilch als Getränk sollten wegen dem hohen Eiweissgehalt im ersten Jahr gemieden werden.
  • Frühestens ab 7  Monaten (nach abgeschlossenem 6. Lebensmonat) kann Vollmilch (ca. 1 dl) für den Getreidebrei verwendet werden.
  • Unverarbeitete Kuhmilch darf man erst ab 1 Jahr geben. Mehr dazu hier.

Die Empfehlung der La Leche League und des BLV ist folgende:

  • Unverarbeitete Kuhmilch (Vollmilch) wird im ersten Lebensjahr ab 12 Monaten empfohlen. Ab ca. 1 Jahr geht man nämlich davon aus, dass der Magen die Lebensmittel besser verdauen und verarbeiten kann. Vollmilch enthält sehr viel Eiweiss, das die Niere stark belasten kann.
  • Die Empfehlung vieler Stillberaterinnen und Mütterberatungen sowie des BLV ist, dass man ab dem ca. 7. Monat wenig Vollmilch-Naturjoghurt (ungesüsst) oder Vollmilch im Rahmen der Beikost in einen Früchtebrei beifügen darf (aber nicht muss!).
  • Quark, Frischkäse und Käse sowie Kuhmilch als Getränk sollten wegen dem hohen Eiweissgehalt (Proteine) im ersten Jahr gemieden werden.
  • Frühestens ab 7  Monaten (nach abgeschlossenem 6. Lebensmonat) kann Vollmilch (ca. 1 dl) für den Getreidebrei oder das Fläschchen verwendet werden. Genauso gut kann man aber auch Muttermilch für den Milchgetreidebrei oder Pre-Milch verwenden.
  • Milch mit Wasser verdünnen? Mir wurde noch mit 12 Monaten geraten, die Milch zuerst mit Wasser zu verdünnen (1/2-2/3 Milch), um zu testen, ob mein Sohn sie verträgt. Das wurde früher oft geraten, heute eigentlich nicht mehr, sagt auch die La Leche League. Milch, mit ihrem Protein- u. Fettanteil, sollte als Nahrungsmittel gerechnet werden und nicht als Getränk.
  • Empfehlungen und meine eigenen Erfahrungen zur Verwendung von Pre-Milch, Kuhmilch und Laktoseintoleranz: siehe hier.

 

Ab wann soll ich den Brei weniger pürieren?

Der nächste Schritt ist nun, weniger zu pürieren, mehr Fingerfood zu geben. Doch an rohes Obst und Gemüse muss ein Baby langsam gewöhnt werden. Gurken, weiche/gekochte Äpfel, Birnen, Maispops – das geht. Aber Paprika, Karotten (zu hart), Tomaten – damit muss man langsam beginnen, da sie zu sauer sind oder eher schwer verdaulich oder zu hart. Die Faustregel ist: ab dem 8. Monat oder wenn das Baby schon gut isst, kann man auch weniger stark pürieren oder mal probieren, nur noch alles klein zu schneiden (sicher ab dem 10. Monat). Das Baby zeigt, ob es schon so gut kauen mag oder noch nicht.

Wer sich übrigens von Anfang an für für die Methode BLW (Baby Led Weaning) entscheidet und die Breiphase umgehen will, findet hier die nötigen Informationen.

 

Wie soll ich eine weitere, dritte Mahlzeit einführen, wenn ich z.B. noch viel stille?

Mamas, die nicht stillen, können gut nach Plan mit dem dritten Brei beginnen. Einigen stillenden Mamas mag es wie mir gehen: Mein Körper produzierte immer noch so viel Milch im 8. und 9. Monat, obwohl mein Sohn schon ganz gut Brei ass. Da konnte ich nicht plötzlich von Morgens bis Abends spät nicht mehr stillen. Die Abstände würden zu lange.

Meine Hebamme riet mir dazu, statt einem Nachmittagsbrei einen Znüni-Brei (Obstmus mit Banane) einzuführen und weiterhin am Nachmittag zu stillen.

Das klappte bald gut! Nur: in vielen Ernährungsplänen gibt es keine Vormittagsmahlzeit ausser Milch am Morgen (z.B. bei Nestlé). Da ich um 6h stillte, ging das nicht auf. Mein Sohn konnte ja  nicht von morgens 6h bis 12h nichts essen. Also gab ich ihm trotzdem etwas Apfelmus mit Banane, und stillte immer weniger so dass es ging, dass ich nur noch am Nachmittag oder dann Abend stillen musste. Es pendelte sich rasch ein. (Hier habe ich beschrieben, wie die Ernährung / Stillen bei mir im 8./9. Monat oder im 6./7. Monat aussah.)

Worauf man achten sollte, damit das Kind von Anfang an gesund ernährt wird, habe ich in diesem Artikel geschrieben.

 

Wie viel soll das Baby essen?

Gemäss Remo Largo gibt es grosse Unterschiede, und man darf sich hier als Eltern keinen Stress machen. Es gibt Babies, die essen viel, und Babies, die wenig essen. Es kann auch täglich unterschiedlich sein. Nicht alle Kinder verwerten das Essen auch gleich. Einige essen gerne 3 grosse Mahlzeiten, andere lieber 5 kleinere.

Das BLV empfiehlt diesen Rahmen als Anhaltspunkt:

  • 5.-7. Monat: Einführung Beikost, 1 Mahlzeit täglich
  • bis 8 Monate: 2-3x Beikost täglich
  • 9-11 Monate: 3-4x Beikost täglich
  • 12-24 Monate: 3-4 Mahlzeiten und falls vom Kind gewünscht 1-2 Zwischenmahlzeiten (Früchte, Brot, Gemüsesticks)

 

Was soll das Baby trinken (wenn nicht Muttermilch)?

Ab Beikoststart kann man beginnen, Wasser zu geben, muss aber nicht. Schlussendlich ist stillen das Beste für das Baby.

Weiter ist ungesüsster Tee eine Möglichkeit. Hier einige Gedanken dazu. Solange ein Baby weiter gestillt wird, wird es genügend mit Flüssigkeit versorgt. Erst wenn 3 Mahlzeiten ersetzt wurden, sollte man sicher noch zusätzlich Wasser anbieten.

 

Warum sollte das Kind bis ca. 1 Jahr kein Salz, Knoblauch oder Zwiebeln essen?

Die Verdauung des Babys muss sich erst an all die neuen Lebensmittel gewöhnen. Oft hört man die Regel: ab 1 Jahr darf das Kind alles ausser Nüsse (dies wegen der Verschluckungsgefahr). Beim Salz, Knoblauch und Zwiebeln und auch scharfem Essen handelt es sich um Gewürze, an die sich die Geschmacksnerven und der Verdauungstrakt erst gewöhnen müssen. Man darf ab dem ca. 9. Monat langsam alles einführen und das Baby daran gewöhnen. Schlussendlich gilt aber, wie die Familie sich ernährt.

 

Warum ist Stillen das Beste für das Kind?

Wie oben beschrieben empfiehlt die WHO, die ersten 6 Monate ausschliesslich zu stillen, danach sicher bis 2 Jährig. Muttermilch ist gesund, praktisch und jederzeit und überall in der richtigen Temperatur und Zusammensetzung verfügbar. Die Muttermilch ändert sich und passt sich den Bedürfnissen des Säuglings von alleine an – innerhalb einer Stillmahlzeit (Vorder- und Hintermilch) und ebenfalls mit dem wachsenden Kind. Sie besteht zu 88 Prozent aus Wasser, daneben enthalt sie Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine und Eisen. Die Muttermilch versorgt das Kind mit Immun- und Abwehrstoffen der Mutter und schützt es so vor Krankheiten. Das Kolostrum (die Muttermilch in den ersten Tagen nach der Geburt) enthält mehr Abwehrstoffe und ist deshalb besonders wichtig.
Stillen fordert die innige Beziehung zwischen Mutter und Kind und bedeutet für das Kind Zuwendung, Nahe und Warme. Stillen begünstigt die optimale Entwicklung der Gesichts- und der Mund-Muskulatur sowie des Kiefers.
Gestillte Kinder haben ein geringeres Risiko, übergewichtig zu werden. Stillen vermindert zudem das Risiko für Kreislaufkrankheiten und Bluthochdruck. Stillen bietet auch Vorteile für die Mutter: Die Stillhormone fordern die Ruckbildung der Gebärmutter, wodurch die Blutungsgefahr nach der Geburt reduziert wird. Stillen verzögert meist das Eintreten der Regelblutung. Ausserdem senkt Stillen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Nicht zuletzt entlastet Stillen auch das Portemonnaie und die Umwelt. (Quelle: Stillförderung Schweiz)

Lebensmittel, die man im ersten Babyjahr meiden sollte:

  • Quark (weil zu viel Eiweiss)
  • Rohe Eier
  • Kuhmilch/Vollmilch in der Flasche als Getränk
  • Vorsicht bei Salat – aber gemixt im Brei darf man Spinat etc. gut geben
  • Honig (Gefahr von Botulismus, Rohprodukt), sogar bis ins 2. Lebensjahr
  • Salz – jedoch in wenig Salzwasser gekochte Nudeln sind unbedenklich, auch mal eine Brotrinde
  • Nüsse – wegen Verschluckungsgefahr
  • Zucker und Süssigkeiten

Bei diesen Lebensmitteln ist Vorsicht geboten:

  • Scharfe Gewürze: können schlecht vertragen werden.
  • Zwiebeln, Knoblauch: können (vor allem roh) Verdauungsprobleme auslösen und ab dem 8. Monat in kleinen Mengen probiert werden. Es ist auch abhängig davon, wie die Familie isst.
  • Mit Peperoni, Tomaten und rohem Gemüse vorsichtig vorgehen. Am besten das Kind probieren lassen, ob es dies verträgt (dies ist etwa ab dem 8./9. Monat der Fall).

 

Weitere nützliche Artikel und Informationen

Hier gehts zum Artikel: der erste Babybrei – Tipps und Rezepte

Regeln zur Pulvermilch und Milchunverträglichleit

Regeln für den Esstisch mit Essanfängern

Welches Lätzchen passt?

Wie kann ich das Baby unterstützen, mit dem Löffel zu essen

Rezepte & Regeln für Baby Led Weaning

Eisenreiche Nahrungsmittel für Kinder & Babies

Rezepte für Mama und Baby – einmal kochen, zwei Menüs

Broschüre vom BLV zur Ernährung von Babies und Kindern

Ernährungsplan im 1. Lebensjahr – Orientierungshilfe der SGE (Schweizer Gesellschaft für Ernährung)

 

Bei uns sah die Ernährung des Babys, ca. 8 Monate, vegetarisch wie folgt aus:

  • 6h Stillen
  • 9h Apfelmus mit ½ Banane und 1 TL Mandel- oder Cashewmus oder auch mal Tahin, ab und zu mit 2 EL Naturjoghurt
  • 11.45h Mittagsbrei mit viel Gemüse und Rapsöl, mal mit Kartoffeln, oft mit Hafer, Dinkelbrei oder auch mal Vollkornnudeln oder Vollkornreis
  • Dazwischen Stillen nach Bedarf
  • 15h Apfel (gerieben oder Mus) mit Hirse oder Hafer, etwas Mandelmus (Rezept hier) / Stillen nach Bedarf
  • 18h (Milch-) Getreidebrei oder Getreide-Obstbrei
  • 20h Stillen
  • Nachts: Stillen nach Bedarf
  • Zu jeder Mahlzeit gibt’s Wasser aus dem Becher.

Beispiel Ernährung im 6./7. Monat

Beispiel Ernährung im 10. Monat

 

 

Holle Ernährungsplan
Der Holle Ernährungsplan fürs erste Jahr – meiner Ansicht nach der verständlichste auf dem Markt

 

 

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*Hinweis: Dieser Text hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist kein Ersatz für eine Ernährungsberatung oder Stillberatung. Ich bin weder eine Ärztin noch eine Hebamme.