Ernährungsplan für Babys erstes Jahr

Baby Nahrung Teller

Babyernährung im 1. Jahr ist eine echte Herausforderung. Oder? Bist du verwirrt? Hast zu viele Infos? Lass dich nicht entmutigen!

Wie man das Baby im ersten Jahr ernähren soll ist eine ganz grosse Wissenschaft. Überall liest man etwas anderes, wann und wie man mit der Beikost beginnen soll, was man darf und was nicht. Wie verwirrend für die junge Mutter! Zum Beispiel fragte ich mich, wie ich nach der Einführung des Abendbreis weiter stillen sollte, was machte Sinn? Da bekam ich nur von der Stillberaterin Hilfe. Oder warum gibt es in vielen Plänen kein Znüni? Und soll man wirklich ab dem 5. Monat schon Gurke geben?

Die WHO sagt, man solle 6 Monate voll stillen. Gut, das gilt für die ganze Welt und ist sicher in Asien und Afrika für kleine Babys überlebenswichtig. Bei uns hingegen ist die Hygiene so gut, dass man auch früher anfangen kann – wenn das Baby möchte. So war es jedenfalls bei uns, mein Sohn zeigte ab dem 5. Monat Anzeichen.

Die meisten Ernährungspläne sind sich beim Mittagsbrei einig und dass man ab dem 5. Monat starten kann, sicher aber ab dem 7. Lebensmonat. Ich habe diverse Pläne studiert, das sind die wichtigsten Fakten:

Der erste Babybrei:

Man startet bei uns meist ab dem 5. oder 6. Monat mit einem Karotten- oder Kürbisbrei, gut püriert und in ganz kleinen Mengen. Rezepte für den ersten Babybrei gibt es hier. Dies sollte man eine Woche lang mit einigen Löffeln pro Mahlzeit probieren, entweder vor oder nach dem Stillen/Flasche. Dann, wenn das Baby gut isst und schluckt, kann man erhöhen bis auf 150g pro Mahlzeit. Irgendwann mit Kartoffeln (eine Woche später), und nach einem Monat schon wollen viele Fleisch untermixen. Da spätestens sagte ich mir nein, das schmeckt ja wie Katzenfutter und ich koche zuhause nie mit Fleisch, da muss ich für mein Baby nicht alles anders machen. Das geht auch so! und ja es geht! Ganz gut sogar. Mein Vegi-Baby gedeiht prächtig! Mehr zur vegetarischen Ernährung von Kindern gibts hier.
Ich finde übrigens von allen Plänen denjenigen von Holle oder derjenige der Stillforderung Schweiz am besten. Der von Holle hat als einer von wenigen auch einen Vormittagsbrei. Seit Kurzem hat dies auch Hipp angepasst.

 

Die zweite Mahlzeit: der Abendbrei

Nachdem es mit dem Mittagsbrei klappt kann man nach einem Monat mit dem Abendbrei (Milch-Getreidebrei) beginnen. Ich änderte dies am Anfang in einen Obst-Getreidebrei mit Mandelmus, da ich wegen meiner eigenen Laktoseintoleranz noch mit Kuhmilch warten wollte. Von anderen Mamas weiss ich, dass sie auch mal einen Gemüse-Getreidebrei geben. Ab wann man übrigens Kuhmilch geben darf, steht hier beschrieben.

 

Die dritte Mahlzeit: der Obst-Getreidebrei am Nachmittag

Und wieder nach einem Monat später, am Nachmittag, kann man einen Obst-Getreidebrei oder Obstbrei geben. Spätestens da merkte ich aber, dass mein Sohn zwar essen wollte, er war aber auch ein grosser Milch-Liebhaber und Stillen klappte noch immer wunderbar. Ich stillte also morgens und Nachmittags und Abends und in der Nacht und wartete auch hier noch mit dem Brei oder gab ihm nur ganz wenig Obstmus.

Mein Sohn war etwa 8 Monaten alt bei der Einführung des Nachmittagsbreis, der aust Obst-Getreidebrei bestand. Am Vormittag bekam er einen reinen Obstbrei, am Nachmittag dann oft mit etwas Getreide. Der Abendbrei bestand dann wieder aus Milch-Getreide oder Gemüse-Getreide.

 

Vierte Mahlzeit: Obstbrei am Vormittag

Ob zum Frühstück oder zu einer Vormittagsmahlzeit, der Obstbrei ist die letzte Mahlzeit, die man einführen kann. Viele Mamas die stillen, warten damit auch länger, was völlig ok ist. Das Kind bestimmt auch mit, wie viel es isst und wann. Später kann man dann eine Art Porridge mit Früchten oder Müsli machen – mein Sohn isst dies auch mit 2.5 noch gerne zum Frühstück.

 

FAQ

Das Baby spuckt oder erbricht

Wenn das Baby den Brei noch nicht schlucken mag, wenn es erbricht oder wenn es ihn rausspuckt, sollte man darauf achten, ob der Brei wirklich genug fein püriert war. Danach kann man gut einige Tage warten, und es nochmals probieren. Erst wenn das Baby sehr gut isst, kann man den Brei weniger fein pürieren, frühstens ab dem zweiten Brei. Einige Babies sind früher bereit als andere, man darf hier keinen Zwang aufsetzen und hat auch keinen Stress!

 

Ab wann soll ich den Brei weniger pürieren?

Der nächste Schritt ist nun, weniger zu pürieren, mehr Fingerfood zu geben. Doch an rohes Obst und Gemüse muss ein Baby langsam gewöhnt werden. Gurken, Äpfel, Birnen – das geht. Aber Paprika, Kiwi, Karotten (zu hart), Tomaten – damit muss man langsam beginnen, da sie zu sauer sind oder eher schwer verdaulich. Wer sich übrigens für die Methode BLW (Baby Led Weaning) entscheidet und die Breiphase umgehen will, findet hier die nötigen Informationen.

 

Wie soll ich eine weitere, dritte Mahlzeit einführen, wenn ich stille?

Mamas, die nicht stillen, können gut nach Plan mit dem dritten Brei beginnen. Einigen stillenden Mamas mag es wie mir gehen: Mein Körper produzierte immer noch so viel Milch im 8. und 9. Monat, obwohl mein Sohn schon ganz gut Brei ass. Da konnte ich nicht plötzlich von Morgens bis Abends spät nicht mehr stillen. Die Abstände würden zu lange.

Meine Hebamme riet mir dazu, statt einem Nachmittagsbrei einen Znüni-Brei (Obstmus mit Banane) einzuführen und weiterhin am Nachmittag zu stillen.

Das klappte bald gut! Nur: in vielen Ernährungsplänen gibt es keine Vormittagsmahlzeit ausser Milch am Morgen (z.B. bei Nestlé). Da ich um 6h stillte, ging das nicht auf. Mein Sohn konnte ja  nicht von morgens 6h bis 12h nichts essen. Also gab ich ihm trotzdem etwas Apfelmus mit Banane, und stillte immer weniger so dass es ging, dass ich nur noch am Nachmittag oder dann Abend stillen musste. Es pendelte sich rasch ein.

Worauf man achten sollte, damit das Kind von Anfang an gesund ernährt wird, habe ich in diesem Artikel geschrieben.

 

Regeln für den Esstisch mit Essanfängern

Welches Lätzchen passt?

Wie kann ich das Baby unterstützen, mit dem Löffel zu essen

Rezepte & Regeln für Baby Led Weaning

Eisenreiche Nahrungsmittel für Kinder & Babies

 

Beispiel Ernährungsplan des Babys, ca. 8 Monate:

  • 6h Stillen
  • 9h Apfelmus mit ½ Banane und 1 TL Mandel- oder Cashewmus oder auch mal Tahin, ab und zu mit 2 EL Naturjoghurt beginnen
  • 11.45h Zmittagsbrei mit viel Gemüse mit Rapsöl
  • 15h Apfel (gerieben oder Mus) mit Hirse oder Hafer, etwas Mandelmus (Rezept hier)
  • 18h (Milch-) Getreidebrei oder Getreide-Obstbrei
  • 20h Stillen
  • Zu jeder Mahlzeit gibt’s warmes Wasser aus dem Becher.

 

Beispiel Ernährung im 10. Monat

 

Verbotene Lebensmittel im ersten Jahr sind:

  • Quark (weil zu viel Eiweiss)
  • Rohe Eier
  • Kuhmilch im Schoppen
  • Salat – aber gemixt im Brei darf man geben
  • Honig
  • Salz – jedoch in Salzwasser gekochte Nudeln sind unbedenklich
  • Nüsse – wegen Verschluckungsgefahr
  • Scharfe Gewürze
  • Zwiebeln, Knoblauch
  • Mit Peperoni, Tomaten und rohem Gemüse vorsichtig vorgehen

 

Holle Ernährungsplan

Der Holle Ernährungsplan fürs erste Jahr – der beste auf dem Markt

 

 

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