Miss Broccoli

Frischer, regionaler Babybrei vom Minichef

Die Diskussion um guten Babybrei kennen wir wohl alle. Insbesondere wenn wir mal keine Zeit haben, selber frisch zu kochen. Und dann gibt es Eltern, die kochen einfach nicht gerne. Sollen sie nun wirklich ein Gläschen Einheitsbrei, ohne Geschmack, im Supermarkt kaufen und ihrem Kind füttern? Zum Glück gibt es inzwischen Start-ups, die sich dem frischen Babybrei annehmen.

Christoph Schürch von www.minichef.ch hat ein Unternehmen auf die Beine gestellt, das für frischen, gesunden Babybrei steht und sich Welten von der Gläschen-Nahrung entfernt. Er liefert Babybrei aus saisonalem Bio-Gemüse aus der Region, ohne Zusatzstoffe, frisch zubereitet. Zentral ist für ihn die Frische, hat er mir im Gespräch gesagt, denn es gibt für ihn nichts Schlimmeres als ein Gläschen mit Brei, das 2 Jahre haltbar ist.

 

Ich habe Christoph deshalb gefragt, wie er auf die Idee kam und was ihn motivierte. Dazu muss man wissen, dass er selbst als Koch natürlich selber gerne kocht und dies natürlich nur frisch und saisonal. Sein Sohn steht mit ihm in der Küche, seit er selbst auf den Lernturm klettern kann. Auch dies eine Gemeinsamkeit zwischen uns. Wie Christoph finde ich es enorm wichtig, dass die kleinen Kinder schon wissen, wie Essen zubereitet wird und dass das Essen frisch auf den Tisch kommt.

 

 

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Mit seinem Sohn zu kochen gehörte von Anfang an dazu.

Der Minichef im Interview

Hallo Christoph, hast du schon mal so einen Gläschen-Brei gekauft und probiert?

Ja das habe ich. Wie das riecht und auch aussieht…. ganz übel! Hat mich eher an Katzenfutter erinnert… Fast mehr schockiert hat mich aber, dass die Gläschen teilweise ungekühlt bis zu drei Jahren haltbar sind. Da muss man wirklich kein Profi sein um zu merken, dass da etwas nicht stimmen kann. Der Inhalt kann für das Kleinkind nicht gesund sein.

 

Wie und wann kamst du auf die Idee, Minichef.ch zu gründen?

Ich hatte das Privileg nach dem Mutterschaftsurlaub meiner Frau als Hausmann zu 100% zu unserem Sohn zu schauen, während meine Frau wieder in die Berufswelt eingestiegen ist. Da Essen und Ernährung für mich schon immer eine zentrale Rolle in meinem Leben gespielt haben, habe ich auch die Breiernährung meines Sohnes nach ähnlichen Gesichtspunkten gestaltet. Saisonal, regional und natürlich. Und wie ja alle wissen, der Fokus beim Einkaufen verschiebt sich zu Regalen, die man vorher nicht wirklich wahrgenommen hat. Dort habe ich mich dann mal umgeschaut… und war schockiert! Irgendwie fanden sich keine Alternativen zum hausgemachten Brei, die mich überzeugt hätten. Durch das «Selbermachen» stellte ich fest, dass guten Babybrei herzustellen Zeit und Arbeit bedeuten. Dinge, welche man als Eltern nicht zwingend hat. Darum kam mir die Idee, künftigen Eltern eine gesunde Alternative zu bieten.

 

Kennst du den Babybrei von yamo.ch? Was ist der Unterschied bei dir?

Ich kenne Yamo, habe aber ihre Breie nie probiert und finde es grundsätzlich super, dass sich bei der Ernährung der Kleinsten etwas in Bewegung gesetzt hat.

Jedoch scheint mir Yamo primär eine Business-Idee zu sein. Minichef ist mir aber ein persönliches Anliegen. Unsere Breie sind ganz natürlich und ohne Vitamin C-Zusätze. Dafür ist der Brei auch nur 2-3 Tage haltbar. Viele Familien frieren ihn ein.
Ich bin auch der Auffassung, dass die Lebensmittel um uns herum (ohne Gift und mit Freude angepflanzt) genau die Nährstoffe beinhalten, die unser Körper in der jeweiligen Saison braucht. Dabei war mir in der Entwicklungsphase von Minichef wichtig, dass wir nicht nach einer neuen Konservierungsmethode suchten, sondern uns Gedanken machen, wie ich den Brei so frisch wie nur möglich zu den Babys bringen kann. Das brachte und bringt grosse Hürden in der Logistik mit sich. Aber wenn es um die Frische geht, bin ich nicht bereit Kompromisse einzugehen.

 

Du selbst bist ein sehr erfahrener Gastronom, hast lange in London mit Koryphäen (wie zum Beispiel Grodon Ramsay oder Jermey Lee) zusammengearbeitet – kochst du nun auf Gourmet-Niveau für die Babies oder sind die Breie alltagstauglich?

Was heisst schon Gourmet? Wenn Gourmet-Niveau bedeutet; «mit viel Aufwand und Liebe hergestellt», dann ja… in dem Fall bekommen die Babies Gourmet-Breie!

Aber nein, eigentlich mache ich genau das, was viele Väter und Mütter zu Hause auch machen, nur sind meine Töpfe ein bisschen grösser. Zudem habe ich mit meiner Erfahrung auch etwas mehr Wissen, wenn es um Ernährung und deren Zubereitung geht. Minichef-Breie sind so schonend wie möglich hergestellt und auch nicht sterilisiert oder pasteurisiert. Die Breie werden zubereitet und dann auch ganz frisch am gleichen Tag ausgeliefert.

 

 

Du lieferst nur in der Region Bern – kannst du dir vorstellen, die Region mal auszuweiten? Und wie gross ist die Nachfrage überhaupt?

Im Moment liefere ich nur in der Region Bern. Die Logistik-Hürde ist noch gross. Der momentane Produktions-und Liefertag ist der Montag. In naher Zukunft werden aber noch weitere Wochentage dazukommen, aufgrund der ansteigenden Nachfrage. Ich bekomme immer öfter Anfragen aus der ganzen Schweiz, welche ich leider momentan noch nicht berücksichtigen kann. Aber wer weiss, wie sich mein Start-up entwickelt. Ich beliefere momentan etwa 60 Familien und neuerdings auch eine Kita.

 

Wie sieht denn dein Angebot aus, welche Breie bietest du an?

Im Moment haben wir einen Klassikerbrei (Karotten & Kartoffel) und zusätzlich immer einen saisonalen Gemüsebrei. Diese kann man dann jeweils mit den verschiedenen Proteinen haben (Ei, Poulet, Fisch, Rind) oder einfach auch nur als Vegi-Variante. Ich biete Wochen- und Monatspakete an. Da ist das Angebot auch immer dem Alter des Kindes angepasst.

 

Wie wichtig ist dir Nachhaltigkeit?

Das ist mir sehr wichtig, deshalb koche ich nur regional und saisonal. Ich suche zwar noch eine bessere Verpackung für die Babybreie als den Vakuumsack, aber bei Lebensmitteln ist es schwierig. Wenigstens kann man den Brei so einfach einfrieren und übereinander schichten, es benötigt nicht extra angefertige Plastikbehälter dafür. Ich achte einfach bei allen Lebensmitteln auf die Regionalität, und koche immer frisch – das ist mir das Wichtigste.

 

 

Wo beziehst du eigentlich dein Gemüse?

Das Gemüse kommt vom Biohof Riem mit welchen wir eine super Zusammenarbeit haben. Geliefert wird es mit dem Elektromobil…

 

Eine Frage zum Schluss: welches ist dein Lieblingsgemüse und was isst dein Sohn am liebsten?

Ich esse sehr gerne Gemüse, ganz besonders gerne habe ich zum Beispiel Schwarzwurzel oder Krautstiel. Krautstiel heisst auf Englisch swiss chard und hat mich in London immer ein bisschen an die Schweiz erinnert. Ich mag aber auch Spargeln, Artischocken und Kürbis. Eigentlich liebe ich das Gemüse jeder Saison. Da kann man sich immer sehr darauf freuen und es dann nur eine Weile, dafür umso intensiver geniessen.

Mein Sohn: Es gibt eigentlich nichts, was er nicht gerne isst. Im Moment liebt er besonders Erdbeeren und Rosinen. Aber auch Zitrone findet er super, am liebsten verspeist er sie mitsamt der Schale.  Es macht mir persönlich grosse Freude, dass er so gerne isst und auch am Kochen grosses Interesse zeigt.

 

 

 

Wer ist der minichef.ch?

 

> Hier gehts zu meinen eigenen Babybrei-Rezepten

 

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