Oh, wie das schmeckt: Kräuter in der Babyküche

GASTBEITRAG

Als selbst ernannte Grünspatz-Mama habe ich mich in den ersten Phasen der Beikost bei meinem kleinen Grünspatz mit ganz schön vielen Enttäuschungen herumgeschlagen. Eine gefühlte Ewigkeit war der treuste Begleiter des kleinen Mannes einfach Milch. Über Wochen wurde alles verweigert, das Stückchen aufwies oder einem ganzen Stück Lebensmittel gleichkam. Wieder und wieder stand die fleißige Mama in der Küche, probierte sich an unzähligen Menüs, um sie am Ende dann selber zu essen. Auch alle auf die „Handsnacks“ flogen in großem Boden vom Küchentisch.

 

Im Nachhinein gesehen hat der Grünspatz – wie eigentlich fast immer – dabei alles richtig gemacht. Denn auch Essen möchte und muss gelernt werden. Bei uns brachte erst der 8. und letzte Babyentwicklungsschub die Liebe und Hingabe zum Essen. Und auch der von uns dann eingeführte und konsequent durchgezogenen „Familientisch“ brachte viele, viele Fortschritte. Seitdem darf es dem kleinen Feinschmecker nicht würzig genug sein. Wo überall es passt, probiere ich mich an der Verfeinerung mit Kräutern. Und ja, in der Beikost dürfen Kräuter verwendet werden. Was es alles dazu zu wissen gibt, möchte ich heute mit euch teilen. Viel Spaß beim Ausprobieren der wunderbaren, grünen Helden!

 

 

Kräuter in der Beikost, ab wann darf man das eigentlich?

Als „just started“-Mama durfte auch ich die Erfahrung machen, dass die Einführung von Beikost bei jedem Kind ganz individuell abläuft. Manche der kleinen Erdenbürger sind von Minute eins weg große Fans der neuen Geschmackserlebnisse. Andere wiederum brauchen einfach länger die neue Fähigkeit des Essens willkommen zu heißen. Denn – wie oben schon erwähnt – die wunderbare Hingabe zu essen, muss wie fast alles andere auch gelernt sein.

Babys sollten von ihren Mamas und Papas deshalb sehr aufmerksam beobachtet werden. Klappt der Beikoststart gut und werden verschiedenen „Einführungssorten“ wie Karotte, Kürbis & Co akzeptiert, steht auch dem Griff ins Kräuterbeet laut Experten ab dem 6. Lebensmonat nichts im Wege. Nachdem die Geschmacksnerven von Babys aber ganz besonders sensibel sind und schon das Probieren einer für uns unscheinbaren Gurke ein Feuerwerk an Sinnen auslöst, kann mit Kräutern nach ca. 2-3 Monaten nach Beikosteinführung gestartet werden.

 

Bitte Vorsicht: Nicht jedes Kraut darf in die Babyküche!

Bei der Einführung von Kräutern in der Beikost gilt als oberstes Prinzip, dass nur Kräuter verwendet werden, die nicht pikant, scharf, stark würzig oder blähend sind. Kurkuma, Chili, Curry, Pfeffer oder auch zum Beispiel Honig sollten für den Start nicht verwendet werden. Solltet ihr euch unsicher sein, befragt vorab einen Experten oder macht euch in den Weiten des Netzes schlau.

 

 

Die Kräuterliste für Beginner (ca. ab dem 8. Lebensmonat)

  • Petersilie
  • Dill
  • Basilikum
  • Kerbel
  • Minze

 

Die Kräuterliste für Fortgeschrittene (ca. ab dem 10. Lebensmonat) 

  • Zimt
  • Vanille
  • gekochte Zwiebel
  • gekochter Knoblauch
  • Anis
  • Fenchel

 

Die Kräuterliste für Experten (ca. ab dem 1. Lebensjahr)

  • Thymian
  • Rosmarin oder Lorbeerblatt
  • Oregano
  • Muskatnuss
  • getrocknete Paprika
  • getrocknete Tomaten
  • Ingwer

 

Oh, wie das hilft: Die heilende Kraft von Kräutern

Das Kräuter – auch bei uns Großen – ganz vielen Rezepten das gewisse Etwas verleihen, ist uns sicherlich bekannt. Kräuter sind aber nicht nur eine super Alternative zu Salz, sie können noch so viel mehr für unsere Kinder tun. Ihre gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wirken verdauungsfördernd und appetitanregend. Viele von ihnen verzaubern uns zusätzlich durch eine hohe Menge an Vitamin und Mineralstoffen. Sie können das Immunsystem stimulieren, unseren Magen-Darm-Trakt anregen oder wirksam gegen Viren und Bakterien sein. Basilikum zum Beispiel wirkt antibakteriell und kann so Krankheitserregern den Garaus machen. Der mittlerweile auch in der Küche hochgelobte Fenchel schafft Linderung bei Magen-Darm-Krämpfen, Blähungen & Völlegefühl. Der gute, alte Oregano hilft bei Erkältungskrankheiten und fordert die Verdauung.

 

Das wichtigste auf einen Blick. Und was man sonst noch wissen muss:

  • Wie immer, wenn es um die Ernährung unserer Kinder geht, sollte BIO auf alle Fälle Vorrang bekommen.
  • Wann immer möglich sollten frische Kräuter verwendet werden. Geht das aufgrund der Jahreszeit gerade nicht, sind getrocknete Kräuter eine super Alternative. Sie können am besten luftdicht in Schraubgläsern aufbewahrt werden.
  • Am Beginn der Beikost-Einführung sollten Babys die Möglichkeit bekommen Lebensmittel möglichst pur kennen zu lernen. Nach und nach dürfen Kräuter den Speiseplan erweitern.
  • Für den Anfang reicht eine kleine Prise eines neuen Gewürzes. Es ist außerdem ratsam, ein bis zwei Tage abzuwarten wie die Verdauung auf den neuen Geschmack reagiert.

 

Wer schreibt hier eigentlich?

Das bin ich, Stephi, Projektmanagerin, Kräuterpädagogin und seit 2018 selbst Mama von einem Grünspatz. Mir ist es wichtig, dass unser Kind so natürlich wie möglich aufwachsen kann, deshalb habe ich mich bereits in meiner Schwangerschaft viel mit Kräuterkunde und Naturpflege auseinandergesetzt, recherchiert und studiert. Dieses Wissen gebe ich nun auf meinem Blog www.gruenspatz.at weiter.

Und was ist eigentlich Grünspatz?

Grünspatz ist für alle, denen natürlich einfach lieber ist. Für Erfahrungen und Empfehlungen zu Gesundheit, Pflege, Ernährung und mehr. Für die Schwangerschaft, für Säuglinge, für kleine und für große Kinder. Doch vor allem ist Grünspatz für dich, wenn du über Kräuter, Pflanzen und Natürlichkeit dazulernen möchtest, ohne dabei belehrt zu werden.

Web: www.gruenspatz.at

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