Mama Kind kocht kochen mit kindern

Jede Mama ist anders – oder was macht eine gute Mama aus?

Habt ihr euch schon mal überlegt, ob die Gesellschaft, so wie sie organisiert ist, auch Modelle schafft? Bei uns in der Schweiz heisst das ja: die meisten Mamas arbeiten Teilzeit, viele Papas Vollzeit. Wenige Väter haben einen Vaterschaftsurlaub. Viele Mamas sind auf andere Hilfe angewiesen. Oft wird man aber komisch angeschaut, oder beneidet, wenn der Papa zu Hause auch Kinder betreut. Oder im Haushalt hilft. Oft wird man bemitleidet wenn man als Mama früh wieder arbeiten geht. Aber wir haben nun mal offiziell nur 14 Wochen Mutterschaftsurlaub! Aber da weiss es anscheinend jeder besser.

Bin ich deswegen eine gute Mama? oder gar eine schlechte, wenn ich arbeiten gehe? Was ist eine gute Mama, beziehungsweise, was macht sie aus? Ich sage mal: nicht ob sie arbeiten geht oder nicht. Und jede Mama will schlussendlich das beste für ihr Kind. Ich habe aufgehört, andere Mamas zu verurteilen, wenn sie andere Modelle leben als ich. Denn ich glaube, jede macht das beste aus ihrem Leben. Auch wenn es oft nicht einfach ist, und darüber zu urteilen, gestehe ich mir nicht zu, denn ich weiss weder über die finanzielle Situation, noch die Vorgeschichte noch die vielen Diskussionen mit ihrem Partner Bescheid.

 

Jeder weiss es immer besser

Ja das Leben als Mama ist echt nicht einfach. Plötzlich wissen es auch immer alle besser. Aber nein, nicht jede Mama möchte 1000 Tipps, wie man ein Kind ernährt. Oder erzieht. Oder kleidet. Und nein, nicht jede Mama möchte sich rechtfertigen müssen, warum sie arbeiten geht. Teilzeit natürlich. Und warum 70% und nicht 50%. (Übrigens, hier sind meine besten Tipps für Mama auf Stellensuche). Oder warum sie nicht arbeiten geht. Oder warum das Kind in die Kita darf (nicht muss!). Oder wie lange sie stillt. Auch das ist so eine Diskussion, die endlos ist und die ich aufgehört habe, zu diskutieren. Ich bin gegen die Still-Militantinnen und schweige, wenn mir eine Frau erzählt, sie wolle gar nicht stillen. Jede soll es selbst entscheiden, sie wird ihre Gründe haben und muss sich wohl fühlen. Höchstens mit meinen besten Freundinnen spreche ich darüber, diskutiere und gebe meine Meinung kund.

Als Mama hat man es wie gesagt nicht einfach, denn viele Leute reden mit und mischen sich ein. Und oft sind es andere Mamas, die so richtig intolerant sind. Dabei sollten sie selbst am besten wissen, wie es ist als Mama und dass jede ihren eigenen Weg finden sollte. Jede steckt doch auch in einer anderen Situation? Warum also darüber urteilen?
Ich merke aber immer wieder, dass man sich als Mama vor anderen Mamas rechtfertigen muss, fürs Stillen, falsche Essen, zu viel oder zu wenig unterwegs sein…. Das ist schade. Lasst doch diejenigen arbeiten gehen, die arbeiten wollen (oder müssen). Und lasst die zu Hause bleiben, die wollen (oder müssen?!). Niemand ist deswegen eine schlechte Mama. Jede will doch nur den besten Weg.

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Auch Papas haben es nicht einfach

Neben dem fehlenden Vaterschaftsurlaub: Auch Papas haben es nicht einfach. Beispielsweise müssen sich Papas, die einen Papa-Tag haben, oft rechtfertigen. Vor dem Arbeitgeber zum Beispiel. Karriere und Papatag? Unvereinbar für viele. Auf dem Spielplatz „Was? Die arme Mama muss arbeiten gehen?“. Vielleicht will sie ja. Oder verdient sie mehr. Oder gibt’s eine 50:50 Teilung in der Erziehung.

Ich finde man sollte die Mamas und Papas mehr leben lassen. Jedem sein Familienodell. Denn jede Mama will doch nur das Beste rausholen und wird sich ihre Gedanken gründlich gemacht haben! Und der Papa auch.
Hört also auf mit euren Rollenmodellen und dem Einordnen in irgendwelche Muster. Lasst uns so leben wie wir es wählen – oder wie es unsere Gesellschaft zulässt.

Klar bin ich für genügend Papazeit und für zahlbare Kitas und Waldspielgruppen und auch Steiner Schulen, Holzspielzeug, Süsses erst ab Jährig, Handys erst ab Schulalter, Auszeiten vom Kind, Vaterschaftsurlaub….

Aber wenn jemand das nicht kann oder will – aus was für Gründen auch immer – dann verurteile ich diese Mama oder diesen Papa nicht!

 

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