Baby Ernährung im 8. und 9. Monat

Der Beikoststart ist immer eine grosse Herausforderung, nicht nur für das Baby. Nachdem ich mehrmals über den Beikoststart berichtet habe und wie der 6. und 7. Monat bei uns ausgesehen haben (als das Baby 5 und 6 Monate alt war), kommt nun ein Update zum 8. und 9. Monat (also wenn das Baby 7 Monate oder mehr ist). Wie sieht ein Tagesablauf bei uns aus? Was isst das Baby gerne? Wie sieht seine vegetarische Ernährung aus?

Bei Fragen darfst du dich gerne für ein Ernährungscoaching bei mir melden: www.healthyhappyfamily.ch

 

Stillen und Beikost – ein Miteinander ohne Abstillen?

Bis mein Sohn etwa 7 Monate (hier gehts zum Artikel) alt war, bekam er 2 Mahlzeiten am Tag: im Alter von etwas über 5 Monate starteten wir mit dem  Mittagsbrei und etwa nach 3 Wochen gutem Essen gab es einen Abendbrei um 18h. Die restlichen Mahlzeiten (etwa alle 3 Stunden) waren gestillt. Mein zweiter Sohn hingegen wollte erst im Alter von 6 Monaten (Anfang 7. Monat) Brei, hatte aber vorher schon Interesse an Maispops und Brotrinde. Das Baby soll entscheiden! Optimal ist aber, bis etwa 6 Monate ausschliesslich zu stillen! Erst dann ist das Verdauungssystem des Babies bereit für mehr.

Nachdem meine Söhne das Mittagessen und den Abendbrei gut gegessen haben, gab es auch am Morgen zum Frühstück einen Brei bzw. ein Müsli oder Porridge.

Falls du BLW machen möchtest (Baby Led Weaning), hilft dir übrigens dieser Artikel weiter. Mein erster Sohn ass im ersten Jahr vor allem Brei, mein zweiter machte einen Mix von Fingerfood und Brei. Ich überliess dies den Kindern.

 

Ende 8. / Anfang 9. Monat sah der Tagesablauf in etwa so aus:

  • zwischen 6h und 7h Muttermilch
  • Während dem Frühstück der Familie: Brotrinde
  • 8.30 – 9h  Apfelmus mit Banane oder mit Haferbrei
  • 12h Gemüse-Kartoffelbrei oder Getreidebrei mit Gemüse, immer etwas Rapsöl und auch mal mit Apfel, Birnenmus oder Beeren zum Dessert
  • 15h Muttermilch. Ab 9. Monat Start mit etwas Apfelmus zusätzlich oder Maispops, weil das Verlangen da war
  • 18h Obst-Getreidebrei (meist mit Banane, Beeren oder Aprikosen), dazu jeweils 1 TL Mandelmus etwa jeden zweiten Tag Milch-Getreidebrei mit etwas Apfelmus oder Beeren (teilweise frisch mit Vollmilch gekocht (nach diesem Rezept), mit Hafermilch oder wenn’s mal schnell gehen musste ein angerührter Milch-Getreidebrei z.B. von DM Bio, Hipp, Holle mit Früchten.
  • Vor dem Schlafen um 19.30h: Muttermilch
  • Nachts: Stillen nach Bedarf (meist um 23h, 2h, 5h)

Somit ging die Beikost-Einführung problemlos weiter und es wurde auch alles gut vertragen, und auch wenn einige Mahlzeiten ersetzt wurden, stillten meine Söhne nach wie vor gerne am Abend, in der Nacht und am Morgen früh. Ich plante es noch lange so weiterzuführen.

Mein kleiner Sohn wollte aber etwa ab dem 7./8. Monat am Tag weniger trinken, er fühlte sich schnell gestört (besonders wenn wir unterwegs waren).  Schon nur deshalb führte ich bald zusätzliche Mahlzeiten am Nachmittag ein, damit er genug zu sich nimmt – für meinen Sohn war das absolut ok.

Warum mich dieses langsame Abstillen ein bisschen wehmütig macht, liest du übrigens hier.

 

babybrei und baby

 

Vegetarische Ernährung beim Baby (Alter 7- 9 Monate)

Solange ich meine Babies stillte, musste ich mir über die optimale Versorgung der Nährstoffe und Vitamine vorerst keine Sorgen machen. Trotzdem achtete ich darauf, dass meine Kinder eine vielseitige Ernährung genossen und vieles ausprobierten.

In den Brei gab es einmal pro Woche Linsen, Kichererbsen oder ein Ei in irgendeiner Form (Pancakes  oder Dosa eignen sich gut dafür). Ausserdem gab es nun ab und zu 1 Löffel Joghurt, wobei dies aber nicht sein muss – mein Sohn verlangte aber ab und zu danach. Man kann gut warten und Naturjoghurt erst ab 1 Jahr geben. Gerade wenn das Kind allergiegefährdet ist, sollte man mit Kuhmilchprodukten warten. Die Verdauung ist erst ab ca. 1 Jahr bereit, das viele Eiweiss in Kuhmilch zu verdauen.

Hier liest du, welches Gemüse sich wann eignet für das Baby.

Einen Milch-Getreidebrei darf man gut auch mit Hafer- oder Mandelmilch anrühren, was ich auch öfter machte. Ich achtete zudem auf orangefarbiges (Karotte, Süsskartoffel, Kürbis) und grünes Gemüse im Brei (Broccoli, Spinat) sowie eiweissreiche Lebensmittel (Erbsen, Mandelmus, Ei). So stellte ich sicher, dass meine Kinder alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe bekamen.

Ein wichtiger Faktor in der vegetarischen oder veganen Ernährung ist das Kalzium, Eiweiss und Eisen. Hier liest du mehr über die vegetarische Ernährung von Kinder. 

Falls du dir unsicher bist, kannst du dich gerne für ein Ernährungscoaching bei mir melden: www.healthyhappyfamily.ch

 

kleine dosa in kinderteller

Die dritte Breimahlzeit ab dem 9. Monat: ein Morgenbrei – und welches Getreide sich für Babies eignet

Ab dem Alter von 7 Monaten haben wir bereits begonnen, morgens eine Mahlzeit durch Banane-Apfelmus oder Apfelmus mit Getreide zu ersetzen. Am Anfang noch mit Stillen nebenbei, ging es nach etwa 2 Wochen ganz gut, dass ich diese Mahlzeit ersetzen konnte – auch weil mein Sohn dies so wollte. Auch mein Körper machte gut mit. Mein Sohn trank immer noch viel in der Nacht und wollte am Morgen nicht mehr lange stillen, sondern essen!

Ein kleiner Hinweis zu Getreide: die ersten Getreidesorten, die das Baby isst, sollten glutenfrei sein und im ersten Jahr sollte man so wenig Gluten wie möglich geben, damit sich keine Allergien entwickeln. Es eignen sich Reis, Mais, glutenfreier Hafer, Hirse.

 

Wenn wir beim Frühstück sassen, wollte mein Sohn bereits mitessen, seinen Morgenbrei bekam er aber eigentlich erst um 9h. Also gab es, während wir frühstückten, oft eine Brotrinde zum Lutschen oder Maispops. So war er immer glücklich.

Normalerweise würde man anstelle des Vormittagsbreis ja zuerst einen Nachmittagsbrei einführen (gemäss Ernährungsplan) doch für mich stimmte das so gut, auch weil wir noch oft unterwegs waren und es so einfacher war. Da es aber ab dem 9. Monat am Nachmittag immer schwieriger wurde, gab es bald auch da Früchte, Maispops und Apfelmus. Zu jeder Mahlzeit tranken meine Kinder ab der 3. Mahlzeit übrigens Wasser.

 

Ab dem 8./9. Monat: immer öfter Baby Led Weaning (BLW), neues Essen ausprobieren

Mein zweiter Sohn war definitiv mehr ein BLW-Kind als mein erster. Der erste wollte sich nie die Hände dreckig machen.

Mein zweiter wollte von Anfang an alles greifen, steckt sich alles in den Mund und lutscht und saugt, was das Zeug hält. Wenn man ihm etwas wegnahm, bekam er einen Schreikrampf. Deshalb begann ich bereits im 7. Monat (also als er 6 Monate war), ab und zu Brotrinde zu geben. Maispops bekam er schon fast seit Breistart im 5. Monat. Und für das Frühstück oder am Nachmittag nahmen wir uns Zeit, Neues auszuprobieren.

Ab genau 8 Monaten gab es auch ab und zu mal vegane Gemüse-Pancakes oder Nudeln, Gemüsesticks und fast täglich Brotrinde. Das Kauen und Schlucken ging schnell sehr gut, so dass er bald halbierte Heidelbeeren, lange Bananenstücke, Zwieback verdrücken konnte.

 

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Folgendes hat sich als BLW-Anfängerfood bewährt:

  • Erdbeeren, da hat er sich aus dem Garten meist selbst bedient, wenn ich wieder eine Schale gefüllt hatte
  • Himbeeren auch unterwegs, perfekt weich
  • weiche Heidelbeeren halbiert
  • weiche Ananas oder Mango
  • harte Brotrinde
  • Banane (langes Stück, halbiert)
  • Quetschie unterwegs
  • Maispops
  • Zwieback ohne Zucker
  • Gnocchi und weiche Nudeln
  • Melone fand er bisher immer super, wenn er ein Stück abbeisst, landet es aber meist auf dem Boden
  • Aprikosen oder Nektarine (weich und ohne Schale in Schnitzen)
  • gedünstete Apfelschnitze, weiche Birne ohne Schale

 

 

 

baby isst broccoli

 

 

 

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