10 Tipps wenn Kinder kein Gemüse mögen

10 Tipps wenn Kinder kein Gemüse mögen

Kinder könnten wohl jeden Tag Spaghetti essen, beim Gemüse jedoch verzieht sich das Gesicht und Erbsen und Co. landen unter dem Tisch. Als Eltern geht man hier mit gutem Vorbild voran. Damit das gesunde Essen am Familientisch aber nicht zum Kampf wird, gibt es hier 10 wichtige Tipps für Eltern, deren Kinder das gesunde Gemüse verschmähen. Zudem präsentieren wir einige Tricks, wie man Gemüse einfach im Essen verstecken kann.

Gemüse und Früchte sind wichtige Lieferanten von Vitaminen, Mineralstoffen, Nahrungsfasern und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Die Schweizer Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt, dass die Kinder zu jeder Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit Gemüse oder Früchte essen. Ein Löffelchen für den Papa, ein Löffelchen für die Oma – das hat früher vielleicht geklappt. Bei den älteren Kindern jedoch geht oft gar nichts mehr und alles, was gesund scheint, wird verschmäht. Was können verzweifelte Eltern tun, damit die Kinder sich gesünder ernähren?

Eltern als Vorbild und eine gesunde Ernährung am Familientisch

Etwas vom wichtigsten ist, dass sich die ganze Familie gesund ernährt und als Eltern geht man hier als Vorbild voran. Man kann nicht etwas von den Kindern verlangen und es selbst nicht tun. Eine gesunde Ernährung beinhaltet wenig Süsses, keine Süssgetränke sondern Tee oder Wasser, eine ausgewogene Verteilung von Kohlenhydraten und Eiweiss, viele Früchte und Gemüse. Der Speiseplan sollte also dementsprechend angepasst werden, so dass gesund als normal gilt. Immer mehr Familien ernähren sich auch vegetarisch, was heute absolut kein Problem mehr ist: achtet man auf genügend Eiweissquellen (Tofu, Quark, Käse, Erbsen, Hülsenfrüchte) und Eisen (Spinat, Federkohl, Hirse, Hafer etc.) dann ernährt man sich ausgewogen. Optimal ist zudem, zur Abwechslung auch mal Vollkorn zu essen und natürlich saisonal und regional einzukaufen, um die Umwelt zu schützen. Also Spargeln nur im Frühling, wenn sie in der Schweiz Saison haben, Tomaten und Erdbeeren nicht im Winter. Tiefkühlgemüse ist übrigens mindestens genau so gesund wie frisches Gemüse, da es innert weniger Stunden nach der Ernte tiefgefroren wurde.

Kinder müssen den Geschmackssinn trainieren

Man sagt, je vielfältiger ein Kind schon als Baby isst, desto besser ist später sein Geschmackssinn. Wenn Kinder etwas nicht mögen, so ist das nichts Abnormales. Kinder ändern ihre Vorlieben immer mal wieder. Viel wichtiger, als dass sie immer Karotten essen ist, dass man gemeinsam als Familie am Tisch sitzt und das soziale Beisammensein als Ritual pflegt. Essen ist nicht nur Nahrung aufnehmen, sondern weit wichtiger im Familienleben.

 

10 Tipps damit Kinder lieber Gemüse essen:

  1. Als Eltern ein Vorbild sein. Verschiedene Lebensmittel ausprobieren. Falls ein Elternteil etwas nicht mag, dies nicht an die grosse Glocke hängen. Kinder schauen dies schnell ab.
  2. Früh üben: bereits Babys lernen, ihre Geschmacksknospen zu schärfen. Wenn Kinder schon immer Verschiedenes ausprobiert haben, wird dies auch später eher so sein.
  3. Ist etwas neu auf dem Teller, soll das Kind es wenigstens einmal probiert haben. Vielleicht mag es das neue Lebensmittel beim zweiten oder dritten Mal eher. Kinder benötigen mehrere Male, bis sie sich an neue Geschmäcker gewöhnen.
  4. Mit den Kindern zusammen kochen oder sie helfen lassen, Gemüse zu schneiden. So haben sie selbst mitgekocht und sind vielleicht gespannt auf das Gekochte.
  5. Wenn das Kind ein Gemüse nicht isst, keinen Ersatz anbieten.
  6. Nicht zwingen, etwas zu essen. Dies setzt Druck auf und kann kontraproduktiv sein. Niemand will immer einen Kampf am Esstisch oder Spiele.
  7. Positiv sein und nicht bestrafen, sondern belohnen. Wenn das Kind einen Löffel probiert hat, bekommt es einen Löffel mehr Dessert. (siehe auch Punkt 3)
  8. Herausfinden, wie das Kind das Gemüse mag oder nicht mag: evtl. mag es Karotten nur roh, aber nicht gekocht. Zwischenmahlzeiten mit Fingerfood-Gemüse ist immer ein Versuch wert, Kindern knabbern gerne.
  9. Darauf achten, wie man kocht und welches Gemüse man nimmt: Kindern, die wenig Gemüse mögen, sollte man nicht tiefgrünen Spinat, geschmackvollen Rosenkohl oder eigenartig riechende Spargeln vorsetzen sondern süssliches Gemüse wie Karotten, Kürbis, Broccoli, Blumenkohl, Süsskartoffeln.
  10. Geschichten erzählen: die kleinen Tomätchen sind für die Kinder, die grossen für Erwachsene. Der Blumenkohl war mal eine lustige Dame mit krausem Haar, die Süsskartoffel war eine Prinzessin….Mit den Farben kann man spielen: etwas Rotes, etwas Grünes, etwas Gelbes kreieren.

Weitere Tipps von Experten sind in diesem Artikel beschrieben.

 

Tipps, wenn das Kind das Gemüse ganz verweigert

Es gibt Studien die sagen, dass es über eine gewisse Zeit nicht schlimm ist, wenn das Kind kein Gemüse isst. Es haben auch nicht alle den genau gleichen Nährstoffbedarf. Und vielleicht isst es ja trotzdem Früchte, die auch einen beachtlichen Teil abdecken. Für verzweifelte Eltern empfiehlt es sich aber, nicht aufzugeben und Gemüse in verschiedensten Gerichten zu integrieren und verpacken, so dass die Kinder es nicht merken. Sagen sollte man (wenigstens zu Beginn) nicht, dass Gemüse drin ist. Folgende Rezepttipps gibt es beispielsweise:

  • Birchermüesli mit geraffelten Karotten ergänzen (klappt eher bei kleineren Kindern)
  • Rösti mit geraffeltem Kürbis oder Karotten ergänzen.
  • Suppen (da kann man allerlei Gemüse verpacken)
  • Spaghetti mit einer Gemüse-Tomatensauce (entweder klein geschnittene Karotten, Peperoni oder alles gemixt)
  • Kartoffel-Gemüse-Puffer (mit Erbsen, Karotten, Kürbis, Lauch)
  • Karotten-Soufflé
  • Omeletten / Pfannkuchen

 

 

Der Artikel wurde in kurzer Version auch im Elternmagazin Fritz & Fränzi veröffentlicht

Auch interessant: 10 Tipps, die man beim Essen mit Kindern vermeiden sollte

 



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