Ist die Pubertät schlimmer als die Mamaphase?

Ist die Pubertät schlimmer als die Mamaphase?

Noch immer befinden wir uns in dieser Mamaphase! Das sieht ungefähr so aus: „Mamaaaa“ schreit Klein-Broccoli am Morgen, kaum sind die Augen geöffnet. ………………..“Mamaaaa“ schreit er, obwohl der Papa mit ihm gerade ein Buch anschaut mit Autos. Und Baggern!! Leider verlässt die Mama gerade den Raum, alle Bagger sind sofort egal! Er rennt der Mama nach….

Huh, wie kommen wir aus dieser ganz „schlimmen“ Phase raus?

Wir haben ja sonst ein Anfängerkind. Wir hatten selten lange durchzechte Nächte: das Baby schlief immer gut. Selten Koliken oder Schreiattacken. (Gut, das ändert sich in Zeiten der Trotzphase ein bisschen). Unser Kind isst gut. Spricht viel. Läuft inzwischen sogar (juhee). Ist das nun unsere harte Probe, damit wir auch mal merken, wie streng Elternsein sein kann?

Im Gespräch mit anderen Mamas (auch solche mit älteren Kindern) frage ich mich nun auch: Was ist anstrengender, die Mamaphase, das Kindergartenalter oder die Pubertät? Werden wir so nun langsam auf alles noch Kommende vorbereitet?

Pubertät: ich erinnere mich vage…..viel Gefühlschaos. Jungs, Freundschaften, Feindschaften, wer mag wen, Sachen vor den Eltern verheimlichen, Verbotenes machen, der erste Kuss, Erwachsen werden, NICHT mit den Eltern zu tun haben wollen…

Mamaphase: Das Kind schreit, sobald die Mama um die Ecke verschwindet. Niemand sonst ist erwünscht, die Trennungsangst gross. Kurz etwas in den oberen Stock bringen. WC alleine – geht gar nicht für die Mama. Es schreit vor der Tür, kratzt, versucht sie zu öffnen, als werde es von einem schlimmen Tier verfolgt. Sobald die Tür sich öffnet, kommt es stolz hinein und sagt mit Tränen in den Augen „Mama, Hallo!?“ Dass der Papa draussen war, und alle Ablenkungsmanöver versuchte, ist für ihn klägliches Scheitern. Der arme Papa steht daneben und kann nichts tun. Ist sozusagen überflüssig!

Beliebt zu sein schmeichelt

Ok. Es ist knudelig, wie mein Sohn in dem Moment Freude hat, wo er mich endlich wieder sieht (30 Sekunden können ja ein halbes Leben sein!) Es schmeichelt ja auch, so beliebt zu sein. Ich versuche aber, darüber wegzuschauen,  (viel beliebter zu sein als der Papa – das ist mir gar nicht recht). Und auch nicht zu fest darauf einzugehen, auf dieses Mama-Geschrei. Ich gehe trotzdem mal kurz weg. Bin taub auf beiden Ohren, oh ja. Aber die Phase geht nicht weg, wird eher schlimmer momentan. Also zum x-ten Mal: da müssen wir einfach durch. Wir alle drei!

Und Gründe dafür suchen? Ich arbeite. Bin nicht Vollzeitmama sondern Working Mum. Ich bin keine Kletten-Mama, oh nein. Der Kleine hat Grosseltern, Kita und Papatag. Die übersteht er ja auch ohne mich? Was mache ich falsch? Kaum betrete ich den Raum, bin ich wichtig und alle anderen nicht mehr.

Dabei könnte es ja eben noch schlimmer kommen. Das habe ich mir noch gar nicht überlegt (und der Papa sicher auch nicht!!!).

Die Pubertät ist gar nicht mehr knudelig!

Denn gestern traf ich meine Nachbarin, ihre Kinder 11 und 14 Jahre alt. Am Anfang der Pubertät. Sie fand meinen Sohn sooo schnuckelig, und das Alter so süüssss und knudelig. Und sie habe ja sehr fest Probleme und Mühe damit, jetzt da die Kinder in die Pubertät kommen. Sich alles um Handys, Tinder, Twitter, Snapchat, Bieber, Bier und Kleidung und wie die Stichworte alle heissen befassen. Ja – sicher nicht einfach. Der Papa erinnert sich auch jetzt schon gerne daran, als man Klein-Broccoli einfach auf den Boden legen konnte und er dort blieb. Weil er sich noch nicht drehen konnte.

Klar ist mein Sohn knudelig, wie er die Welt entdeckt süss – aber die Trotzphasen kommen schnell, unerwartet, überall! Und man kann noch nicht alles mit ihm besprechen, er macht nichts böswillig aber kontrollieren kann er sich auch nicht. Gut, ein pubertäres Kind ist auch in einem speziellen Ausnahmezustand, aber da kann man wenigstens miteinander reden, oder? Und Sachen erklären, und versuchen, dass das Kind ein Nein versteht. Oder nicht?

Na gut, jede Phase hat wohl ihre Vor- und Nachteile. Ich urteile momentan mal noch nicht über die Pubertät sondern schlage mich mit dieser knuddeligen Mamaphase durch. Und bin gespannt auf alles, was noch kommt.  „Mamaaaaaaaa…..“



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